Bayernhof GmbH
Hafensilo Straubing

Am Donauhafen 5

94315 Straubing/Sand

Ansprechpartner vor Ort: Herr Max Schmucker

Tel.: 0 94 21 / 78 990 24
Fax: 0 94 21 / 78 990 25

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Landwirtschaftliche Erzeugergemeinschaft kauft Werk des insolventen Holzpelletherstellers Enviva 

S t r a u b i n g . Der Agrarhändler Bayernhof aus Hankofen im Landkreis Straubing-Bogen hat das Pelletwerk des insolventen Unternehmens Enviva gekauft, um sich im Industriegebiet Straubing-Sand anzusiedeln. Insgesamt 3,5 Millionen Euro investiert Bayernhof in seinen neuen Standort, wie Geschäftsführer Stefan Heinrich am Freitag bekannt gab. Nach ein paar Umbaumaßnahmen sollen hier künftig vorwiegend landwirtschaftliche Erzeugnisse aus dem Gäuboden über die Donau verschifft werden. 

Bereits seit Juni habe sich Bayernhof um den Kauf des Pelletwerks von einer österreichischen Bank bemüht, so Heinrich. Ende November wurde die Sache fix gemacht. 

Gleichzeitig mit dem Ankauf der Gebäude und Anlagen erfolgte auch der Ankauf des etwa zwei Hektar großen Grundstückes. Insgesamt investiert Bayernhof 3,5 Millionen Euro in den reinen Lager- und Logistikstandort. Die vorhandenen Silos und Lagerhallen des ehemaligen Pelletwerks fassen derzeit rund    15 000 Tonnen Getreide. In den nächsten zwei bis drei Jahren will Bayernhof diese Lagerkapazität auf 25 000 bis
50 000 Tonnen ausbauen.  

Die Silos müssen für die Lagerung von Getreide nur geringfügig umgebaut werden, so Heinrich. „Denn die Lagerungsbedingungen für Pellets sind denen für Getreide sehr ähnlich“, sagt er. Außerdem werde in das Werk eine Mais- und Getreidetrocknungsanlage eingebaut. Diese soll Ende 2012, spätestens Mitte 2013 in Betrieb gehen. Aber bereits Ende Januar des nächsten Jahres will Bayernhof mit der Getreideeinlagerung beginnen. 

Bisher existiere vom Pelletwerk aus noch keine Verbindung zum Nordkai des Hafens. Hier ist laut Heinrich der Bau einer Förderbandanlage geplant, die bis Mai oder Juni 2012 fertiggestellt sein soll. Für den Standort sind zunächst zwei bis vier Lagermeister vorgesehen. „In der Zukunft könnte die Zahl der Mitarbeiter hier aber wachsen“, sagt der Bayernhof Geschäftsführer. 

Landrat Alfred Reisinger, Straubings Oberbürgermeister Markus Pannermayr, Aiterhofens Bürgermeister Manfred Krä sowie Gründerzentrum-Geschäftsführer Andreas Löffert waren sich einig: Mit Bayernhof habe sich ein Wunschpartner für das Industriegebiet gefunden.

Somit habe sich die Sorge um die Zukunft des ehemaligen Pelletwerks erledigt. Zudem gehe man davon aus, dass Bayernhof zur Steigerung der Umschlagsmenge des Hafens beitragen wird. 

Bayernhof wurde 1990 von bayerischen Landwirten und Erzeugergemeinschaften gegründet. Zunächst befand sich der Hauptsitz in Freising bei München, später in Ergolding bei Landshut und seit zehn Jahren ist er in Hankofen. Das Unternehmen hat außer in Hankofen und Straubing-Sand auch Lager in Regensburg, Würzburg, Giebelstadt, Mühlhausen und Feldkirchen bei München. Insgesamt verfügt Bayernhof über eine Lagerkapazität von 70 000 Tonnen. Aktuell vermarktet der Agrarhändler Getreide und Ölsaaten von 14 Erzeugergemeinschaften, hinter denen rund 2 000 landwirtschaftliche Betriebe aus Bayern stehen. Der Vermarktungsschwerpunkt ist laut dem Agrarhändler Bayern, aber Exporte gingen auch ins europäische Ausland sowie in Drittländer. Darüber hinaus importiere Bayernhof auch Getreide aus anderen EU-Ländern, um ausreichende Mengen und eine passende Qualität in Bayern zu gewährleisten, falls hier eine Ernte einmal schlechter ausfalle. Die landwirtschaftlichen Produkte werden zum großen Teil verschifft, aber auch Lastwagen und die Bahn dienen dem Unternehmen als Transportmittel. Das Unternehmen beliefert in Bayern auch ganzjährig Mühlen, Ölmühlen, Kraftfutterwerke und Malzfabriken. „Einer unserer wichtigsten Abnehmer ist zum Beispiel die ADM-Ölmühle hier im Industriegebiet und bei jedem 20. Bier kann der Biertrinker sicher sein, dass unsere Braugerste drin ist“, so Heinrich. Der Getreidehandel sei im Vergleich zu anderen Branchen sehr solide. Zwar gebe es in diesem Geschäft sehr große Preisschwankungen, bei der Warenmenge sei das jedoch nicht der Fall, so Heinrich weiter. 

Im vergangenen Jahr erzielte Bayernhof einen Umsatz von rund 68 Millionen Euro. Für 2011 erwartet Heinrich einen Umsatz von 75 Millionen Euro. „Vielleicht kratzen wir sogar an der 80 Millionen-Euro-Marke“, sagt er. 330 000 Tonnen Getreide werde Bayernhof dieses Jahr vermarkten. Umgerechnet seien das 13 200 Lastwagen-Ladungen beziehungsweise 330 Schiffsladungen. 2010 betrug die Umschlagsmenge 322 000 Tonnen. Für das kommende Jahr rechnet der Geschäftsführer aufgrund der schwankenden Getreidepreise mit einem Umsatz von unter 75 Millionen Euro, aber mit einer Steigerung der Umschlagsmenge um fünf bis zehn Prozent. Der Agrarhändler beschäftigt insgesamt 35 Mitarbeiter. 

Der Pellethersteller Enviva hatte, wie berichtet, im November 2010 Insolvenz anmeldet. Eine Überkapazität an Pellets auf dem an sich schwierigen Markt, zu hohe Produktionskosten des Werks und gescheiterte Investitionspläne nannte die damalige Geschäftsführung als Gründe für die Insolvenz. Von der Pleite waren fast 50 Beschäftigte betroffen.

Text-Quelle Straubinger Tagblatt